25 Mar 2010

Rückblick: Tag eins der Ticketmanagement Konferenz in Düsseldorf

Auf Konferenzen das Thema Web 2.0 vorzustellen, ist doch immer wieder eine spannende Sache. Mal abgesehen von Veranstaltungen, bei denen es dezidiert darum geht, ist die Zahl derer, die ein Blog betreiben oder etwas twittern, ziemlich nahe der Zahl Null. So war es gestern auch wieder, was ich in dem Fall aber auch ein klein wenig verstehen kann, weil es nicht so trivial ist, mit diesem Thema im Social Web präsent zu sein.

Die Frage ist, an wen man sich eigentlich wenden möchte? An die Veranstalter oder an die Endkunden, also die, die die Tickets dann am Ende kaufen bzw.nicht kaufen? Für mich naheliegend ist die zweite Zielgruppe, der man die Möglichkeit geben sollte, sich untereinander zu vernetzen. Wozu man aber dann eigentlich auch wieder die Veranstalter bräuchte, denn die kommen über die Contentschiene und liefern den "Stoff", weswegen die Tickets eigentlich gekauft werden.

Das heißt aber auch, dass es vor allem um das Thema Community-Building gehen müsste. Stattdessen endete unser Workshop in einer eher skuril anmutenden Diskussion, ob man auch ohne Blog ein gutes Google-Ranking erreichen könne? Klar kann man das, nur stelle ich mir die Frage, warum man diesen auch finanziellen Aufwand betreiben soll, wenn es anders einfacher geht? Und bei Google ganz weit oben stehen wollen ja alle.

Auch ein altes Thema ist die die Sorge, es könnte jemand negativ über mich schreiben. Klar kann das passieren, die Frage ist nur, ob sich das verhindern lässt, indem ich einfach nirgends präsent bin? Ist es nicht vielmehr als Chance zu sehen, dass ich mich unmittelbar mit der Kritik auseinandersetzen und gegebenenfalls darauf reagieren kann?

Viel gelernt habe ich im Vortrag von Joe Cohen, CEO der Firma Seatwave:

"Seatwave ist ein Online-Markt, wo Fans Tickets für Konzerte, Theater, Sportveranstaltungen und so ziemlich jedes andere Live-Event kaufen und verkaufen können. Seatwave wurde von einer Gruppe von Leuten gegründet, die glauben, dass der Erwerb von Tickets einfach und sicher sein sollt",

heißt es auf der Website des Unternehmens, das also Tickets auf dem sogenannten Sekundärmarkt handeln lässt. Früher sagte man dazu Schwarzmarkt, aber dass hier ein entsprechender Bedarf vorhanden ist und es vor allem darum geht, Missbrauch zu verhindern und daher entsprechende Sicherheitsstandards zu schaffen, leuchtet ein.

Ein Markt, auf dem Fans ihre Tickets an andere Fans verkaufen, das ist in meinen Augen ein ideales Feld für Social Media. Ein Ticket für ein Madonna-Konzert wird in der Regel ein Madonna-Fan kaufen wollen, so er nicht eh schon eines hat. Wo findet man sich am leichtesten, knüpft Kontakte und minimiert schon mal vorweg das Risiko, einem Betrüger aufzusitzen? Genau...

Das Networking ist bei solchen Veranstaltungen natürlich immer eine tolle Sache. Viele neue Kontakte, nette Menschen, interessante Erfahrungen und ein gutes Buffet am Abend, damit war Tag eins dann auch schon zu Ende. Nachdem ich gestern bereits kurz nach vier Uhr Richtung Düsseldorf aufbrechen musste, war ich dann aber auch am Ende. ;-)